Aus der Vereinsgeschichte des AASV 1968 Bensheim e.V.
- Vereinsgründung
- Überlassung des Pachtgewässers
- Finanzielle Aufwendungen
- Renaturierung des Sees
- Probleme & Badebetrieb
Vereinsgründung
Im April des Jahres 1968 gründeten sieben, dem Angeln und Natur verbundene junge Männer, den AASV
Bensheim.
Sie hatten sich längere Zeit um Aufnahme in den bestehenden ASV Bensheim bemüht, konnten aber nicht
aufgenommen werden,
da damals in der diesem Verein eine Aufnahmesperre bestand. Zur Unterscheidung vom bestehenden ASV
Bensheim nannten die Gründer den neuen
Verein „ Arbeiter – Anglersportverein Bensheim “
Dieser Name bedeutet aber vom Anfang an nicht, dass nur eine bestimmte Gesellschaftsschicht als Mitglieder
in Frage kam, oder sogar politische
Aspekte eine Rolle spielen sollten.
Bereits im Oktober 1968 war der Mitgliederstand auf insgesamt 32 Personen angewachsen.
Kurt Freitag (1.v.l.), Friedrich Freitag (2.v.l.), Friedrich Vogel (3.v.l.), Hans Rödel (4.v.l.), Werner Freitag(5.v.l.), Reinhold Mühlum (6.v.l.), Horst Schneller (nicht auf dem Bild)
Überlassung eines Pachtgewässers
Der Verein war zwar nun gegründet, hatte aber keinerlei Nutzungsrechte an irgendeinem Fischgewässer.
Nach monatelangen Bemühungen des Gründungmitgliedes und 1. Vorsitzenden Friedrich Vogel, entschied das
Stadtparlament von Bensheim im Oktober 1969,
den Baggersee am Niederwald dem Arbeiter – Angelsportverein zu überlassen.
Finanzielle Aufwendungen
Da der Niederwaldsee bereits vom ASV Bensheim genutzt wurde, sollte der Verein eine finanzielle Entschädigung für den Besatz und die bisherigen Betreuung des Sees gewähren.Damit ergab sich ein großes Problem für die Mitglieder des Vereins vor dem Anfang aller Angelei. Die Kostenaufstellung des ASV Bensheim belief sich auf die Summe von 8175,81 DM. Im Jahre 1969 war das eine Menge Geld für einen mittellosen Verein. So blieb nur als Ausweg, ein Bankdarlehen aufzunehmen. Die dazu notwendigen Bürgschaften übernahmen Friedrich Vogel, Reinhold Mühlum und Friedrich Freitag. Später übernahm Hans Rödel für einen Fischbesatz einen größeren Kaufbetrag in Vorlage.
Renaturierung des Baggersees
Nach der Lösung der Gewässerfrage kamen neue Probleme auf den jungen Verein zu. Der Uferbereich des Sees musste mit Büschen und Bäumen bepflanzt, und die Jungpflanzen durch einen Zaun geschützt werden. In Zusammenarbeit mit dem Forstamt Bensheim wurde dieses Projekt weitgehend durch die Mitglieder des AASV Bensheim verwirklicht. Bereits im Frühjahr 1970 erklärte Oberforstmeister Truschel anlässlich einer Besichtigung dazu:" Dem Arbeiter - Angelsportverein gebührt ein herzliches Wort der Anerkennung für die vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden, die er bei der Schaffung der Außenanlagen am Niederwaldsee bisher erbracht hat und in Zukunft noch leisten wird "
Am 01. Januar 1970 übernahm der AASV den Niederwaldsee als Pachtgewässer. Eigentümer ist die Stadt
Bensheim, die dem Verein die Nutzung zu einer
günstigen Jahrespacht überlassen hat. Die Wasserfläche beträgt etwa 6 Hektar. Die Wasserqualität ist gut
und wird regelmäßig vom Verein kontrolliert.
Die Umgebung des Sees mit dem Niederwald wird der Bevölkerung als Naherholungsgebiet angeboten. Um die
schöne Anlage zu erhalten, zu pflegen und zu schützen,
bedurfte es im Laufe der Jahre großer Anstrengungen und zahlreicher Arbeitseinsätze von Seiten der
Mitglieder. Die aufgewendeten Stunden gehen in die
Tausende. Viele Sorgen machten uns die auftretenden Einbrüche an der Uferzone, die sich mit der Zeit immer
mehr vergrößerten. In mühevoller Handarbeit
mussten Pfähle eingerammt, Faschinen geflochten und die Lücken mit gutem Auffüllmaterial, das ein Mitglied
großzügig bereitstellt und auch anfuhr,
geschlossen werden.
Anschließend wurde auf den aufgefüllten Uferflächen Grassamen ausgesäht, um einer Erosion vorzubeugen.
Wie folgende Bilder zeigen, dass die Arbeiten an den Uferbefestigungen Schwerstarbeit waren. Es wurde ein
Teil des Sees eingezäunt, um Tiere, wie Fische,
Vögel, Frösche etc. Eine beruhigte Zone zum Laichen, Brüten Aufzucht der Jungen zur Verfügung zu stellen.
Weitere Probleme
Noch mehr Probleme, vor allem die Beeinträchtigung der Tiere und die Behinderung der Angler, bringen
der " wilde Badebetrieb " in den Sommermonaten. Besonders an den Wochenenden, wo viele
" Badegäste " aus nah und fern, überwiegend nackt die badefreunde genießen.
Angeln ist dann nicht oder kaum mehr möglich. Der Badebetrieb verursacht eine verheerende Verschmutzung
und Schädigung im Uferbereich, sowie
eine Verminderung der Wasserqualität durch Urin und Fäkalien, die bei Regen in den See eingeschlämmt
werden. Außerdem kann man nach kurzer Zeit während der
Badesaison feststellen, dass Bade Öle und Sonnenschutzcremes etc. auf der Wasseroberfläche sichtbar
werden.
Die Müllmengen sind oft so groß, dass sich die Stadt gezwungen sah, mehrmals pro Woche eine
Reinigungskolonne einzusetzen, um Schlimmeres zu verhüten.
Mehrere Generalreinigungen während der Saison durch Arbeitsdienste der Vereinsmitglieder sind darüber
hinaus erforderlich.
Die Müllmenge ist auch dann noch erstaunlich groß und vor allem Dinge in der gesamten Seeumgebung
verstreut. Die vorhandenen Papierkörbe werden kaum oder
nicht richtig genutzt, teilweise auch mutwillig beschädigt. Auch der See selbst wird als Müllabladeplatz
benutzt. Die Partnerschaft mit einem Taucher-Club
erlaubte es dem Verein, neben der Information über die Fischbestände und dem Unterwasserbewuchs, auch am
Seeboden nach Abfällen zu suchen.
Als "Sondermüll" wurden im Laufe der Zeit bisher 2 Autos, ein Motorrad und verschiedene Fahrräder im See
versenkt. Größtenteils waren sie als gestohlen
registriert.